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Projekt Details

Standort Bottrop
Bauherr Stadt Bottrop
Verfahrensart Wettbewerb
Jahr 2016

Erläuterung und Begründung des Entwurfskonzeptes

 

Gewählt wurde Standort 1.

 

Das Museumsbiotop bleibt unangetastet, die Erweiterung orientiert sich zu Freifläche und Overbeckhof.

 

Die Anbindung erfolgt über die im Ansatz bereits vorhandene “Brücke”, die erhalten bleiben soll als geschütztes Element des Gesamtkunstwerks Museum Quadrat. Eine  Glasbrücke als eigenständiges Element verbindet die neue Wechselausstellung mit dem Bestandsfoyer.

 

Durch eine Anhebung des Neubaus um ca. 60 cm könnte mit einer Rampe von 6 % auch das Erdgeschoss der Villa barrierefrei angebunden werden.  Da eine Rampe aber wieder Nachteile für den Museumsbetrieb hat, haben wir uns zunächst dagegen entschieden, halten sie aber für eine überdenkenswerte Option.  

 

 

Eigenständigkeit in der Nutzung:

 

Erweiterung kann bespielt werden, ohne den gesamten Museumskomplex offenhalten zu müssen. ExterneVeranstaltungen sind vorstellbar.

 

Eigenständigkeit im architektonischen Ausdruck:

 

Die Architektur der Pavillons wird nicht kopiert.

 

Der Neubau passt sich nur im Maßstab dem Museum Quadrat an.

 

 

Aussagen zu Konstruktion und Materialien

 

Den Stahlskelettbauten wird ein Ziegelbau gegenübergesetzt:

 

Stahlbeton als Tragstruktur, Mineralwolle als Dämmung und recycelter Backstein als Vorsatzschale.

 

Bodenständig und bescheiden: der Bau soll sich gegenüber dem Museum Quadrat zurücknehmen und eine archaische Ausstrahlung haben.

 

 

Aussagen zum Lichtkonzept

 

Die grundsätzliche Aufgabe zur Tageslichtplanung, wie sie auch in der Auslobung dargestellt wurde, besteht darin, einen möglichst hohen und gleichmäßigen Tageslichtanteil in die Ausstellungsräume und an die Ausstellungswände zu bringen. Der angegebene und geforderte Tageslichtquotient ist recht hoch angesetzt, aber durchaus realistisch einzuschätzen. Da eine Berechnung des Tageslichtquotienten von sehr vielen Einflussgrößen abhängig ist und sehr viele dieser Festlegungen aktuell noch nicht getroffen werden können, wurde hier auch von einem solchem Abstand genommen.

 

Die Konzeption sieht eine optimale Nutzung des Tageslichtes im Zusammenspiel mit der Wettbewerbsarchitektur vor. Die leicht geneigten Satteldächer werden am First großflächig verglast, so dass eindringendes Tageslicht sich gleichmäßig auf die darunter liegende Glasdecke verteilen kann. Diese Glasdecke ist diffus ausgebildet und verteilt einfallendes Tageslicht sowie auch zusätzliches Kunstlicht gleichmäßig in den Raum und an die Wände.

 

Die Gläser der Satteloberlichter werden innenseitig mit einem System von verfahrbaren und diffundierenden Screensystemen ausgerüstet. Bei normal diffusen Tagen bleibt das Oberlicht einfach klar und offen. Bei sehr hell leuchtenden diffusen Tagen oder bei Einfall von Sonnenlicht kann der erste Abschnitt des Screens durch eine Rollo-System vorgezogen werden. Dieser erste Abschnitt hat eine diffundierende Wirkung, so dass sich keine Schlagschatten oder Sonnenflecken auf der Innendecke abzeichnen können, aber die Menge an Tageslicht dennoch genutzt wird. Zusätzlich könnte ein zweiter Screen-Abschnitt eingesetzt werden, der in der Transmissionsstärke anders sein kann, um zusätzliche Tageslichtstimmungen für verschiedene Ausstellungszustände vorsehen zu können. Als letzter Abschnitt des Screen-Ensembles wird ein Black-out-screen für eine vollständige Verdunkelung sorgen.

 

Durch dieses flexible System hat man die Möglichkeit, die Tageslichtmenge je nach Wetterlage zu steuern und zu beeinflussen. Das kann durch eine einfache Sensorik    automatisiert werden.

 

Die innere Glasdecke ist mit einem soliden Deckenrand im Raum angeordnet, um zusätzliche Möglichkeiten zu schaffen, Kunstlichtsysteme anzuordnen. Hier denken wir an integrierte Stromschienen für eine flexible Ausstellungbeleuchtung mit Spots oder Wandflutern.

 

Die Lichtdecke selbst wird über im Dachhohlraum angeordnete LED-Leuchten gleichmäßig ausgeleuchtet und über eine Steuerung in der Helligkeit den jeweiligen Bedürfnissen der Konservatoren angepasst. Man kann diese beiden Funktionen (Tageslicht und Kunstlicht) auch verknüpfen in einer Art, dass die Tageslichthelligkeit im Raum auch bei Dämmerung etwas mit Kunstlicht aufgefüllt wird. Das hat energetisch sehr positive Auswirkungen auf den Stromverbrauch für die Kunstlichtbeleuchtung.

 

Das ganze System selbst ist auch kühlungstechnisch und konservatorisch von hohem Wert, da alle Lichtquellen (Tageslicht und Kunstlicht) im Dachraum bleiben und keine negativen Auswirkungen (UV-und Wärmebelastung) im eigentlichen Ausstellungsraum haben.

 

Durch die vorgesehenen Screens soll erreicht werden:

 

  • optimaler Blendschutz bei freier Sicht nach draußen

  • Schutz des Gebäudeinneren vor Licht- und UV-Strahlung
  • angenehmes Raumklima und natürliche Raumausleuchtung mit Tageslicht

  • Vermeidung von störenden Reflexionen und Blendungen
  • Verbesserung des g- und U-Wertes von Fenster und Fassade
  • Einsparung bei Kühl- und Heizkosten

  • Reduzierung zu großer Leuchtdichteunterschiede

  • Unterschiedliche Lichttransmissionen möglich
  • Witterungsunabhängige und geschützte Innenmontage

 

 

Aussagen zur Wirtschaftlichkeit

 

Die kompakte Bauform und die gewählten Materialien lassen eine gute Wirtschaftlichkeit erwarten.

 

 

Erläuterung für die technische Gebäudeausrüstung

 

Für die Erweiterung des Josef Albers Museum Quadrat in Bottrop wird die technische Ausstattung neu vorgesehen.

 

Ziel der Planung ist es, dem heutigen Stand der Technik und dem künftigen Anspruch des Gebäudes entsprechende Anlagentechnologie unter Berücksichtigung ökonomischer und ökologischer Gesichtspunkte zu realisieren.

 

 

Energieversorgung

 

Für die Wärme- und Kälteversorgung des Gebäudes wird eine Geothermieanlage vorgesehen. Hiermit werden die Anforderungen des baurechtlich vorgeschriebenen Erneuerbaren-Energien-Gesetzes und der ENEV in gültiger Fassung erfüllt.

 

Zur Einhaltung der vorgegebenen Temperatur- und Feuchtekonditionen wird eine Vollklimaanlage mit einem hoch effizienten Wärmerückgewinnungssystem und einer adiabaten Befeuchtung geplant. Die adiabate Befeuchtung verringert die durch die Wärmepumpe bereitzustellende Leistung und trägt somit zu einem geringeren Stormverbrauch bzw. zur Einsparung von CO2-Emissionen bei. Zur Erreichung von niedrigen Systemtemperaturen werden für die Beheizungs- und Kühlung des Gebäudes, Niedertemperatursysteme in Form von Decken-, Wand- oder Bodenflächen geplant. Die Abdeckung von Lastspitzen insbesondere im Kühlfall erfolgt über die mechanische Lüftungsanlage.